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slate 10 hd
04/12/2013 15:54
Signalcharakter. Unser Testgerät des 10-Zoll-Tablets HP Slate 10 HD 3500eg ist eine Spezialausgabe, denn es kommt in einem knallroten Gehäuse, das es hierzulande so nicht geben wird. Mit der der normalen silberfarbenen Version ist es ansonsten aber identisch - wir haben deshalb den Praxistest gemacht.
Mit dem Slate 10 HD fährt HP auf der Multimedia-Schiene: Das 10-Zoll-Tablet mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixel soll sich laut Hersteller bestens für die Wiedergabe von HD-Videos eignen und dabei vom HD-Soundsystem Beats Audio unterstützt einen satten Klang produzieren. Das Leistungsfundament des mit Android 4.2.2 ausgestatteten HP Tablets bildet der Dual-Core-SoC Marvell PXA986, dem der ebenfalls mit zwei Rechenkernen bestückte Grafikchip Vivante GC1000+assistiert. Das Slate-10-HD-Paket komplettieren 1 GB DDR3-SDRAM sowie 16 GB Speicherplatz, der sich über eine Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB ausbauen lässt.

Das HP Slate 10 HD besitzt ein 10 Zoll großes LED-Display.
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War das HP Slate 7 noch von einem schicken Metallrahmen eingefasst, muss man beim HP Slate 10 HD abgesehen von der Glasabdeckung des 10-Zoll-Displays sowohl bei Gehäuseumrandungals auch beim nicht abnehmbaren Backcover komplett mitPolykarbonat Vorlieb nehmen. Die Rückseite ist zwar nicht gummiert, gibt den Fingern durch die profilierte Oberfläche aber trotzdem einen sicheren Halt. Das HP Slate 10 lässt sich sowohl leicht verwinden als auch verbiegen, was das Display im ersteren Fall auch mit einer deutlichen Aufhellung an den Längsseiten quittiert. Insgesamt wirkt das Tablet jedoch keineswegs fragil und gehört mit 630 Gramm sogar zu den „Schwergewichten“. Die Vergleichsgeräte sind allesamt etwas leichter, angeführt vom Samsung Galaxy Tab 3 10.1 mit 512 Gramm Gewicht. Etwas flacher sind sie ebenfalls: Das HP Slate 10 ist 9,7 Millimeter dünn, das Asus Memopad 10 FHD dagegen nur 9,5 Millimeter und das Lenovo IdeaTab S6000 sogar nur 7,6 Millimeter.
Ein wichtiger Hinweis: Wer schon immer ein rotes Tablet sein Eigen nennen wollte und nun beim HP Slate 10 fündig wird, den müssen wir leider enttäuschen: HP hat uns ein Testexemplar mitknallrotem Backcover zur Verfügung gestellt, das in Europa nicht verkauft wird. Hierzulande muss man mit einem silbernen Gehäuse vorlieb nehmen.

Das HP Slate 10 HD wird vom Dual-Core-SoC Marvell PXA986 befeuert, der zwei mit 1,2 GHzgetaktete Rechenkerne auf ARM-Cortex-A9-Basis ansteuert. Um die 2D- und 3D-Berechnungen kümmert sich mit dem Grafikchip Vivante GC1000+ ebenfalls ein Dual-Core-Prozessor. Dem SoC steht ein 1 GB großer Hauptspeicher (DDR3-SDRAM) zur Verfügung. Von den nominell 16 GB Systemspeicher bleiben nach Abzug von Android 4.2.2 und diversen vorinstallierten Apps noch 12 GB übrig. Wem das nicht ausreicht, weil zum Beispiel viele Musikstücke, Bilder, Videos und Spiele auf dem Tablet Platz finden sollen, kann den Systemspeicher über eine Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB erweitern.
links: microSD-Slot, SIM-Karten-Slot
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rechts: Lautstärkewippe
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oben: Ein-/Ausschalttaste, Mikrofon, 3,5-mm-Klinkenbuchse
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unten: Stereo-Lautsprecher, micro-USB-2.0-Buchse
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Software
Auf dem HP Slate 10 HD läuft Android 4.2.2, zu dem sich zahlreiche vorinstallierte Apps gesellen. Bei der Softwareausstattung hat HP den Fokus nicht auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet gelegt, sondern dem Slate 10 HD ein buntes, aber dennoch nicht überladen wirkendes App-Paket spendiert. Dazu gehören neben etlichen Google Anwendungen wie Gmail, Google+, Maps und Chrome auch der Büro-Profi Kingsoft Office sowie herstellereigene Tools, darunter HP Connected Photo und die Drucklösung HP ePrint. Ebenfalls vorinstalliert ist der Cloud-Dienst Box, der 25 GB Speicherplatz bietet.
GPS-Test: im Freien
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GPS-Test: im Gebäude
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Kommunikation & GPS
Für die Kommunikation mit der Außenwelt hält das HP Slate 10 HD mehrere Möglichkeiten parat. In lokalen Netzwerken kommuniziert das Android-Tablet über WLAN 802.11a/b/g/n und unterstützt zudemBluetooth 3.0, jedoch kein NFC. Der Datenaustausch bleibt zudem auf lokale Netzwerke beschränkt, weil das Tablet keine Mobilfunkverbindungen unterstützt, sich also weder auf GSM, UMTS oder LTE versteht. 3G-Mobilfunk bekommt man erst beim rund 30 Euro teureren Schwestermodell HP Slate 10 HD 3603eg.
Das integrierte GPS-Modul erlaubt sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien eine schnelle und zuverlässige Standortbestimmung. Während des Tests konnten wir weder Verbindungsabbrüche noch große Ungenauigkeiten bei der Ortung feststellen.
Zubehör & Garantie
Zum Testzeitpunkt bietet HP auf seiner Webseite drei Produkte als Zubehör für das Slate 10 HD an, deren Preise sich zwischen rund 45 Euro 110 Euro bewegen: die Bluetooth-Tastatur H4Q44AA, die Bluetooth-Lautsprecher HP S6000 sowie die externe Streaming-Lösung HP Pocket Playlist.
Auf das Tablet gibt es eine Garantie von 12 Monaten. Eine kostenpflichtige Garantieverlängerung auf zwei Jahre kostet im HP Store ab 44 Euro aufwärts.
Die Bedienung des HP Slate 10 HD über das kapazitive Multitouch-Display, das bis zu fünf Fingereingaben gleichzeitig erkennt, macht Laune. Selbst unmittelbar nach dem Hochfahren setzt der Testkandidat jeden Befehl exakt und ohne nennenswerte Verzögerung um. Gleiches gilt für die drei virtuellen Android Tasten am unteren Bildschirmrand sowie die beiden physikalischen Tasten, den Ein- und Ausschaltknopf und die Lautstärkewippe. Einziger Kritikpunkt: Beide Bedienelemente sitzen aufgrund der stark nach hinten abgerundeten Seiten auf der Gehäuserückseite und lassen sich obendrein nicht so ohne Weiteres ertasten, da sie kaum aus dem Chassis herausragen. Daher muss man unter Umständen das Tablet anfangs immer wieder umdrehen, um sicher zu sein, ob die Finger auch wirklich auf der richtigen Stelle liegen.
Abgerundet wird der insgesamt jedoch positive Eindruck von der virtuellen QWERTZ-Tastatur mit ihrem großzügigen Layout. Aufgrund des 10-Zoll-Displays wird jede Taste natürlich auch im Querformat angenehm groß dargestellt und eignet sich damit in jeder Ansicht ideal für Vielschreiber.
Tastatur im Querformat
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Tastatur im Hochformat
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Das 10-Zoll-Display des HP Slate 10 HD stellt 1.280 x 800 Pixel dar und bewegt sich damit in der gleichen Auflösungs-Liga wie das Samsung Galaxy Tab 3 10.1 und das Lenovo IdeaTab S6000. Deutlich mehr Bildinformationen bringen dagegen die 10,1-Zoll-Tablets Asus Memopad 10 FHD(1.920 x 1.200 Pixel) und erst recht das Google Nexus 10 (2.560 x 1.600 Pixel) unter.
Die vergleichsweise geringe Auflösung macht das HP Slate 10 HD durch seine guten Displaywertemehr als wett. Das fängt an bei der überdurchschnittlich hohen Luminanz von 321,9 cd/m², die nur das Google Nexus 10 (389,2 cd/m²) und das Samsung Galaxy Tab 3 10.1 (365,8 cd/m²) übertreffen können. Die Helligkeit ist zudem sehr gleichmäßig über den Bildschirm verteilt (Ausleuchtung von 86 %), was in dieser Qualität auch das Asus Memopad 10 FHD (85 %) und das Google Nexus 10(87 %) hinbekommen. Ebenfalls sehr gute Werte sind der Schwarzwert von 0,32 cd/m² und dasKontrastverhältnis von 1016:1.
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350
cd/m² |
334
cd/m² |
336
cd/m² |
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301
cd/m² |
325
cd/m² |
329
cd/m² |
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311
cd/m² |
311
cd/m² |
300
cd/m² |
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Infos
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 350 cd/m²
Durchschnitt: 321.9 cd/m²
Ausleuchtung: 86 %
Helligkeit Akku: 325 cd/m²
Schwarzwert: 0.32 cd/m²
Kontrast: 1016:1
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Ausleuchtung des Bildschirms
Außeneinsatz HP Slate 10 HD
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Damit sich mobile Geräte wie Tablets, Notebooks und Smartphones auch für den Außeneinsatz eignen, sollte ihr Display mindestens eine Helligkeit von 200 cd/m² aufweisen. Das HP Slate 10 HD überspringt diese Hürde mit durchschnittlich 321,9 cd/m² spielend und ist damitabsolut außenlichttauglich. Das spiegelnde Display kann bei starkem Lichteinfall die Lesbarkeit der Anzeige zwar massiv beeinträchtigen, aber in der Regel reicht schon eine kleine Positionsänderung aus, um den Durchblick wiederherzustellen.
Auch bei extremen Seitenansichten bleibt die Lesbarkeit des Displayinhaltes unverändert gut, wenngleich sich mit zunehmend kleinerem Blickwinkel der Bildschirm stärker aufhellt. Ein Manko ist das jedoch nicht, zumal Farben dabei weder verfälscht noch invertiert dargestellt werden. Unter normalen Lichtverhältnissen dürfte es ohnehin die spiegelnde Oberfläche des Displays sein, die bei Seitenansichten den größten Einfluss auf die Lesbarkeit hat.
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